25. November 2020

Diskussionsveranstaltung über „Rechtsradikalismus und Salafismus“ in Bielefeld – DIE RECHTE war dabei!

505892_web_R_B_by_Gabi Eder_pixelio.deErstveröffentlichung am 19.11.2015 via Facebook

Bielefeld. Das Bildungsbüro der Stadt veranstaltete am Mittwoch, den 18. November 2015 im Großen Saal des Rathauses eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Jugend zwischen Pegida und Salafismus – Formen und Ursachen von Radikalisierungstendenzen bei Jugendlichen“. Referent des Abends war Dr. Karsten Wilke von der „Mobilen Beratung gegen Rechts“.

Der Saal des Rathauses war mit etwa 150 Gästen gut gefüllt. Die allermeisten Teilnehmer waren Lehrer und Pädagogen, hinzu kamen einige Ausländer und recht wenige „Normalbürger“. Der Vortrag von Karsten Wilke über die „rechte Szene“ mit besonderem Blickwinkel auf Ostwestfalen-Lippe animierte nicht nur einmal zum Schmunzeln – was der blühenden Phantasie des Referenten geschuldet war.

So zeigte Wilke beispielweise ein Bild von einer Pegida-Demonstration in Dresden, wo jemand als Symbol des christlichen Abendlandes ein beleuchtetes Kreuz mit sich führte. Dies assoziierte Wilke dann allen Ernstes als Symbol für „Kreuzzüge“ und für den „Ku Klux Klan“. Auf diesem Niveau ging es weiter: Vergleichsweise harmlose Sachbeschädigungen wurden als „symbolische Tötungshandlungen“ bezeichnet und die Inanspruchnahme des Rechts auf Versammlungsfreiheit sei eine „Raumergreifungsstrategie“ mit „stark bedrohendem Charakter“ – aber natürlich nur dann, wenn die Versammlungsfreiheit von Rechten ausgeübt wird. Als Strategie zur Bekämpfung rechter Tendenzen empfahl Wilke eine nicht näher definierte Präventionsarbeit und vor allem „polizeiliche Repressionen“. Im Klartext: Wer aus der Reihe tanzt und eine unliebsame Meinung vertritt, soll gefälligst Bekanntschaft mit den staatlichen Repressionsorganen machen und kriminalisiert werden.

Im Anschluß an den Vortrag gab es eine Podiumsdiskussion, an der neben Wilke auch eine Vertreterin einer islamischen Studentenorganisation, der Leiter einer islamischen Gemeinde, ein Polizist und ein Lehrer vom Westfalen-Kolleg teilnahmen. Eine der ersten Wortmeldungen aus dem Publikum kam von einem Vertreter von DIE RECHTE Ostwestfalen-Lippe. Noch bevor er am Mikrofon angekommen war, wurde es im Publikum unruhig. Nachdem er sich als Vertreter der Partei DIE RECHTE vorgestellt hatte, gab es dann ein regelrechtes Tohuwabohu: Aus dem linken „Bildungsbürgertum“ gab es ein Geschreie und Gezeter und von einigen Multikulti-Fanatikern wurde direkt die Forderung erhoben, unseren Vertreter rauszuschmeißen. Wohlgemerkt: Zu diesem Zeitpunkt hatte sich unser Parteimitglied noch gar nicht zur Sache geäußert!

Als es sich im Publikum wieder etwas beruhigt hatte, sagte unser Vertreter, daß er beabsichtigt, an der von Wilke angekündigten „demokratischen Streitkultur“ teilhaben zu wollen. Nachdem er seine Sichtweise näher ausführen wollte, wurde er vom Moderator unterbrochen. Er solle doch nun endlich seine Frage stellen. Auch dies stellte eine Diskriminierung gegenüber den anderen Diskussionsteilnehmern dar, die sich wortreich äußern durften, auch wenn sie keine Frage stellen wollten. Schließlich stellte unser Vertreter die Frage an Herrn Wilke, ob er bereit sei zu akzeptieren, daß die Gesamtzahl der sogenannten „rechten Gewalt“ im Vergleich zur gesamten Gewaltkriminalität verschwindend gering sei, und wer sich denn um die Opfer von Ausländerkriminalität kümmere. Währenddessen gab es weiteres Gezeter aus dem Publikum, das sich merklich in seiner multikulturellen Behaglichkeit gestört fühlte. Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, daß sich Karsten Wilke weigerte, die Fragen des DIE RECHTE-Vertreters zu beantworten.

Im weiteren Gang der Diskussion gab es das übliche Pädagogen-Geschwafel. Erwähnenswert wäre noch folgende Episode: Kurz vor Schluß ging ein junger Mann ans Mikrophon, der die Frage an Herrn Wilke stellte, ab wann man denn überhaupt „rechts“ sei. Daraufhin stammelte Wilke irgendein zusammenhangloses Zeug und unternahm nicht einmal den Versuch, diesen Begriff ernsthaft zu erklären. Aber vollends zur Lachnummer wurde der Abend dann, als Wilke allen Ernstes behauptete, er würde „Argumentationsseminare“ durchführen. – Ein sogenannter „Rechtsextremismus-Experte“, der weder mit Rechten diskutieren kann noch in der Lage ist, den Begriff „rechts“ überhaupt zu definieren. Ein „Argumentationsseminar“ bei diesem Menschen ist in etwa so, als würde ein Blinder einen Vortrag über Farbenlehre halten.

Zum Schluß sprach die Vertreterin der islamischen Studentenorganisation ihr Bedauern aus, daß es unserem Parteimitglied aufgrund der Störungen aus dem Publikum nicht möglich war, sein Anliegen vernünftig zu artikulieren und daß sie gerne mit ihm diskutieren würde. Dieses Angebot nahm unser Vertreter spontan an und gab der Dame im Anschluß an die Veranstaltung seine Visitenkarte.

Nach der Veranstaltung stellten wir uns vor dem Rathausgebäude auf und verteilten noch einige asylkritische Flugblätter an die Teilnehmer. Bei dieser Gelegenheit kamen wir mit einem älteren Herrn ins Gespräch, der sich eigentlich auch in der Diskussion äußern wollte. Allerdings hat er es dann aber doch unterlassen, nachdem er gesehen hatte, was für eine Pogromstimmung gegen Patrioten im Saal vorherrscht.

Es ist natürlich illusorisch zu glauben, wir könnten das linksliberale „Bildungsbürgertum“ mit sachlichen Argumenten von unserer politischen Weltanschauung überzeugen. Das war auch gar nicht unsere Absicht, warum wir an dieser Veranstaltung teilgenommen haben. Aber die „Normalbürger“, die aus reinem Interesse zu der Veranstaltungen gegangen sind, haben gemerkt, wie die Mechanismen des Regimes funktionieren: Zuerst wird eine bestimmte politische Richtung diskreditiert, dann dürfen sich die Vertreter dieser Richtung nicht zu Wort melden und bekommen einen Maulkorb und zum Schluß suhlt man sich kollektiv in der Gewißheit, wieder einmal das „Richtige“ getan zu haben. Für diejenigen Teilnehmer, die noch die Fähigkeit zum kritischen und selbständigen Denken haben, könnte der Abend deshalb in dieser Hinsicht interessant gewesen sein.

Bildquelle: Gabi Eder  / pixelio.de

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