Besuch bei Ursula Haverbeck

 

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Der Termin war recht kurzfristig, mein Wunschtermin an einem Wochenende war nicht möglich, die Beamtin der Besuchsabteilung sagte mir am Telefon, die Wochenenden seien ausgebucht bis Jahresende.

Da die inhaftierten ja nur 4 Besuche pro Monat zu je 40 Minuten genehmigt bekommen, konnte ich nicht wählerisch sein und nahm den mir angebotenen, heute 13 Uhr.

Es lagen nur 10 Tage zwischen Terminierung und Besuch und da Ursula mein letzter Brief „etwas“ verspätet ausgehändigt wurde, war es eine recht spontane Geschichte, was aber kein Problem darstellte, da wir uns schon lange kennen.

Ein guter Freund, der auch bei der Behebung der Ursache eines Wasserschadens in ihrem Haus und bei der Beseitigung der Folgen viel geleistet hatte, konnte leider nicht mitkommen um selbst zu berichten, da er noch nicht in der Besucherliste steht, was ich in dem Brief erbeten hatte, sie wird es aber nachholen.

Es gab einiges zu berichten von ihrem trauten Heim in das sie hoffentlich sehr bald zurückkehren kann, im November kommenden Jahres soll es so weit sein, auf einen früheren Termin sollte man zunächst nicht hoffen.

Wir unterhielten uns angeregt über alles Mögliche, wir hatten uns ja längere Zeit nicht gesehen. Vor einiger Zeit war sie etwas unglücklich hingefallen, hatte sich die Seite und eine Gesichtshälfte geprellt, und war eine Weile mit einem Rollator unterwegs. Heute war sie aber schon so weit genesen daß sie nur noch eine Gehhilfe braucht, und das auch sicher nicht mehr lange. In einem Brief hatte sie geschrieben, sie sei „etwas bunt im Gesicht“ – unverwüstlich und symphatisch unsere Ursula!

Von dem Sturz ist bis heute nur ein kleiner kaum mehr wahrnehmbarer blauer Fleck an der Wange übrig geblieben. In einem Gespräch unter vier Augen beobachtet man ja sein Gegenüber recht genau, auch das was derjenige sagt, sein Urteilsvermögen etc. und ich kann nur sagen daß Ursula Haverbeck nach wie vor voll auf der Höhe ist, körperlich und vor allem geistig.

Das „Westfalen Blatt“ hatte in seiner Ausgabe vom 12.11. 2019 (https://www.westfalen-blatt.de/OWL/Bielefeld/Bielefeld/4029206-Neonazis-duerfen-Inhaftierte-91-in-Bielefeld-nicht-sehen-Gericht-prueft-vorzeitige-Entlassung-Besuchsverbot-fuer-Haverbecks-Freunde)

behauptet, eine Teilnehmerin der Geburtstagsdemonstration, die Ursula Haverbeck tags zuvor an ihrem Geburtstag in der JVA besucht hatte, hätte auf der Demo als Rednerin gesagt „die Häftlinge lauschten Ursula Haverbeck und bäten sie um Autogramme.“

Solche Behauptungen verwies auch Ursula selbst heute ins Reich der Fabel!

Sie bestätigte vielmehr auf Nachfrage die Stellungnahme des Gefängnisleiters gegenüber dem „Westfalenblatt“ – Zitat:

»Wir haben keinen Hinweis darauf, dass Frau Haverbeck ihre Ansichten bei uns verbreitet«, sagte Gefängnisleiter Uwe Nelle-Cornelsen. Ohnehin habe die Frau wegen des großen Altersunterschieds nur wenig Kontakt zu anderen Gefangenen. »Sie ist ungewöhnlich zurückhaltend.«

Unser Gespräch war auf jeden Fall sehr interessant und brachte einiges an Ergebnissen und Klärung, es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Viele gute Wünsche und Grüße von Freunden und Kameraden habe ich heute an Ursula übermittelt, sie dankt euch allen für die Unterstützung in jeglicher Hinsicht und gibt herzliche Grüße zurück!

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