Lebenslange Haftstrafe: Asylant aus Höxter wegen Mordes verurteilt

424811_original_R_K_B_by_Michael-Grabscheit_pixelio.dex_Nachfolgend dokumentieren wir einen Bericht von „DortmundEcho“ über die Verurteilung eines nordafrikanischen Asylanten, der zur Tatzeit in einem Asylantenheim im Kreis Höxter untergebracht war:

Anderthalb Jahre, nachdem Dirk Wölke in seiner Wohnung am ersten Weihnachtsfeiertag 2014 in seiner Wohnung im Hörder Clarenberg tot aufgefunden wurde, hat das Landgericht Dortmund einen nordafrikanischen Asylbewerber am Mittwochmittag (20. Juli 2016) zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Richter ließen in ihrer Begründung keinen Zweifel an der Schuld des Angeklagten, dem Mord aus niedrigen Beweggründen vorgeworfen wurde. Nicht nur die Brutalität der Attacke, die das Leben des geistig eingeschränkten Wölkes jäh beendete, schockierte: Der Prozeß gegen den Angeklagten, der vor Gericht den Namen „Zakzok Benibrahim“ verwendete, veranschaulichte das Versagen der europäischen Asylpolitik. Überspitzt gesagt, haben diejenigen, die Einreisebeschränkungen abgeschafft und die unkontrollierte Masseneinwanderung legalisiert haben, in Dortmund-Hörde mitgemordet.

Täter verwendete zahllose Aliasnamen und log beim Alter

Bereits die Erörterung des Lebenslaufes wurde für das Gericht zu einer unlösbaren Aufgabe: Zunächst hatte es nach der Festnahme des Mannes geheißen, es würde sich um einen 18-jährigen Asylbewerber aus Algerien handeln, der sich erst seit einem Monat in der Bundesrepublik befinden würde. Während die Verweildauer, in welcher der Angeklagte – neben dem Clarenberger Mord – im Übrigen mehrere Diebstahlstraftaten beging, wie im Rahmen des Strafprozesses bekannt wurde, belegt werden konnte, war es nicht möglich, den Angeklagten einem bestimmten Land zuzuordnen, lediglich eine nordafrikanische Herkunft aus den Maghreb-Staaten wird angenommen. Eindeutig gelogen hatte „Benibrahim“ jedoch bei seinem Alter: Der Mann, der angeblich 1995 geboren sein will, wurde 2004 das erste Mal in Frankreich aufgegriffen, als er – unter einem falschen Namen – Straftaten im Bereich des Drogenhandels beging. Es folgten Stationen in der Schweiz und Brüssel, wo der Angeklagte 2006 angeblich geheiratet haben will, im Alter von bescheidenen elf Jahren. Tatsächlich war der Mann, dem auch weitere Tarnidentitäten nachgewiesen werden konnten, deutlich älter, wie auch ein Gutachten ergab, welches das Gericht in Auftrag gegeben hatte: Zum Tatzeitpunkt im Dezember 2014 war „Benibrahim“ mindestens 21 Jahre, wahrscheinlich sogar deutlich älter, weshalb eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht auszuschließen war und sich damit das erwartete Strafmaß auf lebenslänglich erhöhte.

“Der Angeklagte lügt, wenn er den Mund aufmacht“

Selten waren sich Staatsanwaltschaft und Gericht einiger, als im Fall des angeklagten Nordafrikaners: Nicht nur bei seiner Herkunft und seinem Alter, welches im Prozeßverlauf im Übrigen sogar noch mehrmals unterschiedlich beziffert wurde, hatte er gelogen. So leugnte der Angeklagte zunächst, Dirk Wölke, der nach einem Besuch der Discothek „Antons Bierkönig“ am 25. Dezember 2014 einen Begleiter nach Hause nahm und in seiner Wohnung schließlich überfallartig ermordet wurde, überhaupt gekannt zu haben. Bei späteren Vernehmungen revidierte er seine Aussage, er wäre nur kurzzeitig in der Wohnung gewesen und gegangen, als ein „Tunesier“ erschienen wäre, in einer anderen Version sprach „Benibrahim“ davon, weit vor Weihnachten 2014 bei Wölke geschlafen zu haben. Daß der Angeklagte in jener Nacht den homosexuellen Wölke, dessen Neigungen ihm, ebenso wie seine Leichtgläubigkeit beim Umgang mit fremden Personen, letztendlich zum Verhängnis wurden, in seine Wohnung begleitet hatte, konnte jedoch durch Zeugenaussagen von Securitymitarbeitern der DSW21-Sicherheit in den Nachtexpresslinien bewiesen werden, die Wölke und „Benibrahim“ zunächst händchenhaltend Richtung Hörde fahren sahen, ehe sie „Benibrahim“ mehrere Stunden später in einem Nachtexpress Richtung Lütgendortmund beobachteten – alleine, aber mit einer Tüte, in der sich vermutlich zwei Jacken befanden, die aus der Wohnung Wölkes entwendet wurden. Im Rahmen der Ermittlungen, die eingeleitet wurden, nachdem die Mutter des Ermordeten ihren Sohn gegen Mittag des ersten Weihnachtstags 2014 aufgefunden hatte, konnte zudem Videomaterial aus dem Bereich der „Alten Benninghofer Straße“ gesichert werden, welches Wölke mit einem Begleiter zeigte, der zwar unscharf zu erkennen war, in Statur und Auftreten jedoch ebenfalls dem Angeklagten ähnelte. Nicht zuletzt die DNA-Probe einer Zigarette, die auf dem Wohnzimmertisch des Ermordeten gefunden wurde und mit der DNA von „Benibrahim“, der zur Tatzeit im Übrigen in einem Asylheim in Ostwestfalen lebte, übereinstimmte, konnte die Schutzbehauptung, nie am Tatort gewesen zu sein, widerlegen.

Verurteilung auch wegen weiterer Straftaten

Neben dem Mord an Dirk Wölke, sicherlich der gravierendste Vorwurf und durch das vorbestimmte Strafmaß, das bei einem heimtückischen Mord keine Spielräume einräumt, vorbestimmt, wurde „Benibrahim“ auch wegen Unterschlagung (dem Diebstahl der Jacken), einem Diebstahl auf der Münsterstraße in Dortmund, sowie einem räuberischen Diebstahl im niedersächsischen Holzminden, verurteilt – alle Taten wurden binnen eines Monats begangen. Weitere Diebstähle, beispielsweise auch die Entwendung von Bargeld aus der Wohnung des Geschädigten, hielten die Richter zwar für naheliegend, konnten aber nicht bewiesen werden. Ebensowenig, wie der Nachweis für eine gewerbsmäßige Begehung von Straftaten zur Finanzierung des Lebensunterhaltes erbracht werden konnte, auch, wenn viele Umstände für diese Annahme sprechen.

Verurteilter Mörder bleibt lebenslang Problemfall

Durch die Verurteilung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe ist eine Entlassung „Benibrahims“ auf Bewährung frühestens nach 15 Jahren möglich – doch wenn sich jedoch eines Tages die Gefängnistore öffnen, könnte der Asylbewerber den Rest seines Lebens in der Bundesrepublik verbringen: Zwar wäre es möglich, Asylbewerber nach schweren Straftaten abzuschieben, tatsächlich ist aber die genaue Herkunft des Mannes ebenso unbekannt wie seine genaue Identität. Sofern er jemals einen Asylantrag in Frankreich gestellt hat, bestünde lediglich die Möglichkeit, gemäß der Dublin-Verordnung eine Abschiebung dorthin zu prüfen, wo „Benibrahim“ zuerst europäischen Boden betreten hat – eine Abschiebung in seine Heimat dürfte kategorisch ausscheiden und ob Frankreich nach den 2017 anstehenden Parlamentswahlen weiter bereit ist, die Folgen der merkelschen Asylpolitik auszubaden, darf auch bezweifelt werden. Letztendlich könnte ein Mann, der innerhalb eines Monats des Gastaufenthaltes in Deutschland mehrere schwere Straftaten begeht und dabei sogar einen Menschen aus nichtigem Anlaß ermordet, als „Dankeschön“ das Bleiberecht in der Bundesrepublik erhalten. Eine Verhöhnung, nicht nur für die Angehörigen Wölkes, welche der Verhandlung zahlreich beiwohnten, sondern auch für alle gerechtdenkenden Bürger. Jener Mann, der bei seiner Verhandlung mit Fußfesseln und Handschellen vorgeführt wurde, hat sein Recht auf einen Platz in unserer Gemeinschaft ebenso verspielt, wie jede Hilfestellung, die er in der Vergangenheit schamlos ausgenutzt hat. Die momentane Gesetzessituation hat jedoch keine Patentlösungen für solche Probleme – Anlaß genug, daran zu arbeiten, damit Gerechtigkeit nicht auf anderthalb Jahrzehnte beschränkt bleibt und danach zum Bumerang wird.

Bild: Michael Grabscheit / pixelio.de

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